Gervasio Tarragona Valli

Klarinette

Gervasio Tarragona Valli wurde in Montevideo (Uruguay) in eine musikalische Familie hineingeboren. Er studierte klassische Klarinette und Jazz-Saxophon am Musikkonservatorium von Montevideo (Uruguay), beim staatlich gefördertem Musikprogramm „El Sistema de Venezuela“ sowie an den Musikhochschulen in Basel, Genf, Saarbrücken und Weimar.

Um seine Fähigkeiten in Komposition, Improvisation und Soundpainting weiterzubilden, nahm er an Seminaren und Kursen bei Musikern wie Gil Selinger, Peter Ehwald, Sebastian Gille und Fred Frith teil.

Nach Engagements beim Tangoorchester „Destaorilla” und seinem Bandoneonisten Raul Jaurena sowie beim Jazzquintett „Montevideo Swing” folgte 2017 sein japanisches Solo-Debüt mit dem Tokyo Symphony Orchestra als Gewinner des ersten Preises der 15. Tokyo International Music Competition.

Er trat zudem als Solist mit folgenden Orchestern auf: New Japan Philharmonic, dem Osaka Century Orchestra, dem Haydn-Kammerorchester Bozen, Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg, Kammerorchester Bogotá, Transylvania State Philharmoniker, National Kammerorchester Armenien, Armenian State Symphony Orchestra, Busan Philharmoniker, Montevideo Philharmoniker, und Nationalorchester Uruguay.

Als Orchestermusiker trat er mit folgenden Orchestern auf: Hyogo PAC Orchester (Japan), Auckland Philharmonia (Neuseeland), Sinfonieorchester Biel (Schweiz), Thüringer Symphoniker, WDR-Funkhausorchester, Niederbayerische Philharmonie, Würth Philharmoniker.

Er ist außerdem bereits als Orchester- und Kammermusiker mit Musikerinnen und Musikern wie Hugo Fattoruso, Nils Wogram, Phil Donkin, Peter Eötvös, Sir Neville Marriner, Yutaka Sado, Dmitry Kitajenko, Nemanja Radulović, Lise de La Salle, Jens Lindemann und Alice Sara Ott aufgetreten.

Erste Preise als Klarinettist erhielt er bei folgenden Wettbewerben: Cluj-Musikwettbewerb (Rumänien), Japanischer Holzbläserwettbewerb, Audi Mozart Wettbewerb, Saverio-Mercadante-Wettbewerb, Città di Carlino und Chalumeaux-Wettbewerb (Italien), Sava-Dimitrov-Wettbewerb (Bulgarien) sowie dem Gran Premi Musical Lauredià (Andorra).

Weitere Preise gewann er unter anderem beim Dimitri-Ashkenazy-Wettbewerb (Grenchen), beim Interpretationswettbewerb „Verfemte Musik“ (Schwerin), bei ClassicWinds Hamburg und Dubai, beim Wolfgang-Mayer-Musikpreis (Karlsruhe), beim Janáček-Musikwettbewerb (Brno) sowie beim Astor-Piazzolla-Wettbewerb zum 100. Geburtstag des Komponisten. Zudem war er Halbfinalist beim „Concours de Genève“ und beim Internationalen Musikwettbewerb Peking. Er erhielt außerdem den „Golden Award“ beim Oskar-Rieding-Kompositionswettbewerb in Slowenien sowie den nationalen Preis für Komposition in Uruguay.

In den Jahren 2019/20 unterrichtete er Klarinette, Saxophon, Harmonielehre und Kammermusik am Edward Said Nationalkonservatorium in Palästina. Anfang 2022 nahm er eine Lehrstelle im Kinderwaisenhaus „Paradise“ in Prampram (Ghana) an und unterrichtete Musik für Kinder aus extremer sozialer Ausgrenzung. Er lebte bis zuletzt in München, wo er überwiegend als Performer in den Genres Tango-, Latin-, Flamenco-, arabische-, Klezmer-, Balkan-, Jazz-, klassische- und zeitgenössische Musik arbeitete.

Er war zu Festivals wie dem „Davos Music Festival“, dem „L’été, c’est l’orgue“-Festival (Montreux/Schweiz), den „Fredener Musiktagen“, dem „BuGa Festival“ (Erfurt), dem Straßenmusikfestival Ludwigsburg, dem „Klangrausch Festival Weimar“, dem „Jeju International Winds Festival“ (Südkorea), dem „Patagonia Clarinet Festival“ (Argentinien), dem „Bethlehem Christmas Festival“ (Palästina), dem „Mie Clarinet Festival“ (Japan), dem „Clari Guate Festival“ (Guatemala), dem „Cluj Modern Festival“ (Rumänien), „Música para respirar 24/7“ (Bolivien) sowie der „Settimana Mozartiana di Rovereto“ (Italien) eingeladen.

Ein Titel seines ersten Albums „Alone & Together“ wurde im Film „Belmonte“ des Filmemachers Federico Veiroj verwendet, der seine Premiere auf dem Toronto International Film Festival feierte und anschließend auf den Filmfestivals von San Sebastián, Chicago Latino, Hongkong, Havanna und Rotterdam gezeigt wurde. Er erhielt Kompositionsaufträge von der Philharmonie Montevideo, dem Bolivia Clásica Orchester und dem Japan Century Orchestra aus Osaka. Zuletzt bekam er vom Bridges Kammerorchester (Frankfurt) den Auftrag, seine zuvor komponierte „Milonga Alfredo“ neu zu orchestrieren. Diese wurde im April 2024 im Sendesaal Frankfurt in einer Koproduktion mit dem Sender ARTE aufgeführt und live aufgenommen.

Im Dezember 2019 präsentierte er in Weimar die Weltpremiere seiner Komposition „Three Shades of Blue“, die live von Deutschlandradio übertragen wurde. Die Weltpremiere des Klarinettenkonzerts von Giampaolo Pretto fand mit dem Bozener Kammerorchester unter der Leitung des Komponisten statt. Zudem spielte er Solopartien in den Uraufführungen von Kompositionen Arash Yazdanis, Vladimir Guicheffs und Thomas Herzogs. Beim Cluj Modern Festival interpretierte er eigene Kompositionen sowie das Konzert für Böhmklarinette und Orchester von Aurel Stroe gemeinsam mit dem Transylvania State Philharmonic Orchestra.

Er spielt, produziert und komponiert beim World-Music Kollektiv D’Takito Jam und beim Klimaschutzband „Don’t worry…it’s out of control“.

Seit November 2025 spielt Gervasio Tarragona Valli Klarinette bei der Staatsbad Philharmonie Kissingen.

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